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Faszination Bergrennen

Geschichte

Das erste Bergrennen der Automobilgeschichte wurde am 31. Januar 1897 im Rahmen einer Wettfahrt von Marseille nach Nizza ausgetragen. Die dritte und letzte Etappe des Wettbewerbs führte über genau 17 km von Nizza hinauf in das Bergdorf La Turbie. Das Rennen soll von dem Motorsport ausübenden Reifenfabrikanten André Michelin gewonnen worden sein, andere Quellen benennen jedoch einen Rennfahrer namens Pary als Sieger des La-Turbie-Debüts.

 

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden auf großen Alpenpässen wie dem Großglockner und vielen anderen Bergstraßen in den Mittelgebirgen Bergrennen mit Grand-Prix-Rennwagen z. B. von Mercedes-Benz und Auto Union durchgeführt, mit berühmten Fahrern wie Bernd Rosemeyer, Rudolf Caracciola und dem Bergkönig Hans Stuck am Steuer.

Anfang der 1960er Jahre, im Rahmen der steigenden Massenmotorisierung, wurden die Bergrennen wieder aufgenommen oder neu eingeführt. Zudem wurden zeitweise einige Bergrennen zur Sportwagen-Weltmeisterschaft gewertet, somit also mit Klassikern wie den 24 Stunden von Le Mans, 1000 km Nürburgring, Targa Florio gleichgesetzt. Bis in die 1970er Jahre hinein konstruierten Porsche, Ferrari, Abarth oder auch BMW teilweise extrem leichte Bergrennwagen wie den Porsche 909 Bergspyder oder Ferrari Dino speziell für die Berg-Europameisterschaft.

 

Danach scheuten die Automobilwerke den Aufwand für Nur-Bergrennen, sodass auch die Gesamtsiege seit dieser Zeit nur von Amateuren unter sich ausgemacht werden. Der Popularität der sowohl volks- wie auch naturnahen Veranstaltungen tat dies aber keinen Abbruch, zumal weiterhin bekannte Profirennfahrer ihre sonst nur in Rundstreckenrennen eingesetzten Rennwagen vorführen. Auch ohne große Sponsorunterstützung bringen die Liebhaber des Bergrennsports von seriennahen Autos bis zu spektakulären Turbo-Boliden, reinrassigen Sportprototypen und Formel 3000 fast alles zum Einsatz, was auf Rundstrecken auch bewegt wird.

  

 

Bekannte Bergrennfahrer

Hans Stuck Hans Stuck

An erster Stelle kann zweifellos Hans Stuck genannt werden, der als „Bergkönig“ zwischen 1925 und 1960 zahlreiche Siege und Meisterschaften am Berg errungen hat. Als der heutige Bergrennspezialist schlechthin gilt der sogenannte „Berglöwe“ Herbert Stenger, der eine eindrucksvolle Bilanz von Erfolgen seit Mitte der 1970er-Jahre vorweisen kann. Unter anderem konnte sich Stenger insgesamt sieben FIA-Europameistertitel und zehn Deutsche Bergmeisterschaften erkämpfen. Weitere bekannte aktive Fahrer sind unter anderen Georg Plasa, Norbert Handa, Norbert Brenner, Horst Fendrich, Franz Weissdorn sowie die Schweizer Bruno Ianniello und Reto Meisel und die beiden Österreicher, der „Bergfex“ Felix Pailer und das Motorsport-Urgestein Hermann Waldy. In Skandinavien gilt der Norweger Tore H. Bratlie als der erfolgreichste Bergrennfahrer überhaupt.

 

Eher selten „verirren“ sich Rennfahrer von der Rundstrecke an den Berg. Wolfgang Graf Berghe von Trips war 1958 ein damaliges prominentes Beispiel sowie auch Hans Herrmann, Edgar Barth oder Ludovico Scarfiotti. Viele Fahrer begannen ihre Rennsportkarriere am Berg und wechselten danach zur Rundstrecke, wie Rolf Stommelen, Gerhard Mitter, Sepp Greger, Reinhold Joest, Claus Dupré, Roland Asch und Andy Priaulx, der seine ersten Bergrennen auf den Kanalinseln bestritt.

(Quelle : Wikipedia)