Frank Maas verwirklicht Traum am Pikes Peak
| Geschrieben von: Patrick Weber |
| Montag, den 21. Juni 2010 um 16:20 Uhr |
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Am kommenden Sonntag, den 27. Juni 2010 findet erneut mit den Rennen auf den Pikes Peak das wohl bekannteste Bergrennen der Welt in den USA statt. Mit dabei ist auch ein Luxemburger. Frank Maas, Luxemburger Bergmeister von 2008 im Formel 3000 wird sich seinen Jugendtraum verwirklichen. Mit der Teilnahme am legendären Bergrennen Pikes Peak im US-Bundesstaat Colorado stellt sich Maas Ende Juni einer völlig neuen Herausforderung. Das Interview führte unser Kollege und AutoRevue-Chefredakteur Patrick Weber. Patrick Weber: Woher kam die Idee zu diesem Projekt?
Frank Maas: Seit den 80er Jahren bin ich begeistert von dem „Race to the Clouds“, wie das seit 1916 ausgetragene Pikes
Peak-Bergrennen auch noch genannt wird. Damals war das Medieninteresse groß, weil Peugeot und Audi mit den letzten Ausbaustufen der Gruppe B-Rallyeautos und Fahrern wie Michèle Mouton, Ari Vatanen
und Walter Röhrl an den Start gingen. Auch das Umfeld hat mir gefallen: Ein Bergrennen von 20 km Länge mit 156 Kurven in dem grandiosen Postkartendekor des Colorado. Heute bin ich immer noch der
Überzeugung, dass diese Strecke die ultimative Herausforderung ist: es geht auf Asphalt los, dann folgt ein Schotterabschnitt, dann wieder Asphalt, erneut Schotter, und dieses Jahr ist der
Schlussteil erstmals asphaltiert. Dadurch, dass das Rennen in den Bergen liegt, der Start auf 2700 m, das Ziel auf 4300 m Höhe, können die Wetterbedingungen dauernd ändern. So gab es im Vorjahr
beispielsweise abwechselnd Sonne, Regen, ein Gewitter, Graupel und ganz oben geschmolzenen Schnee.
Patrick Weber: Wie wurde nun der Traum in die Tat umgesetzt?
Frank Maas: Anfangs sollten wir dieses Projekt mit Dean Gregorius zusammen durchziehen, aus verschiedenen Gründen musste er
jedoch seine Teilnahme auf eventuell kommendes Jahr vertagen. Zuerst einmal galt es ein geeignetes Rennfahrzeug zu finden, was nicht so einfach war. In den USA gibt’s einerseits die Amateure, die mit
ihren eigenen Autos fahren, oder professionelle Teams, wo sich rasch herausgestellt hat, dass die benötigten Budgets nun wirklich nicht unsere Kragenweite waren. Präparateure wie hier in Europa, wo
man für ein paar tausend Euro ein Fahrzeug mieten kann, gibt’s drüben nicht allzu viele, doch nach langem Suchen sind wir dann doch mit HRD, Horsepower Research and Development in Denver fündig
geworden. Der Besitzer des Fahrzeugs ist Don Walker. Es handelt sich um einen Mazda RX7, ursprünglich war es ein Driftfahrzeug, das zum Rennauto modifiziert wurde. Angetrieben wird der Wagen von
einem Wankelmotor mit Turbo, er leistet rund 300 PS. Don hat mir bestätigt, dass das für die erste Teilnahme völlig reicht, weil die Strecke so schwierig ist. Deshalb hat er mir auch abgeraten, als
Rookie mit einem „Openwheel“ zu fahren, einer Art Formelwagen nach amerikanischem Muster. Mit dem Mazda starte ich nun in der Klasse „Pikes Peak open 2WD“ für zweiradgetriebene Fahrzeuge. Inzwischen
bekam ich auch meine Anmeldung bestätigt, was nicht selbstverständlich war, immerhin handelt es sich um ein Einladungsrennen.
Patrick Weber: Wie geht’s nun weiter?
Frank Maas: Es sind noch ein paar Details zu erledigen, am Freitag, den 18. Juni fliegen wir rüber, montags wird der Rennsitz
angepasst, am Dienstag ist bereits technische Abnahme, mittwochs, donnerstags und freitags ist Training, das bereits morgens früh um 5.30 Uhr losgeht und bereits um 8.30 Uhr vorbei ist, weil dann die
Strecke wieder für Touristen freigegeben wird. Das Training ist in drei Sektoren eingeteilt, jeden Tag wird einer davon trainiert, man fährt also bis zum Renntag nie die gesamte Strecke auf einmal.
Am Freitagabend ist in Colorado Springs ein Fest für die Fans, wo u. a. die bekanntesten Fahrer mit ihren Autos dem Publikum vorgestellt werden. Letztes Jahr waren 28.000 Fans anwesend. Samstags ist
Ruhetag, und am Sonntag geht es dann ans Eingemachte, wobei nur ein einziger Rennlauf gefahren wird und man zum ersten und einzigen Mal die Strecke in voller Länge fährt. Ein Test mit dem
Einsatzfahrzeug ist aus Kosten- und Zeitgründen nicht geplant. Ich bin bereits froh, dass ich mir dank der Unterstützung meiner treuen Sponsoren Occasiounsmaart, Luxauto und Atelier Michel (Friseur)
aus Alzingen überhaupt diesen Traum verwirklichen kann.
Patrick Weber: Danke Frank für die Erklärungen und viel Glück!
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